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Praktisch Erwachsen

Rangsdorfer Gymnasiumsschüler feiern den Abschluss des Projektes „Service-Learning“

02.07.2015
Rangsdorf. Eine alte Weisheit besagt: Alt wird man von selbst - Erwachsen werden erfordert etwas mehr Einsatz!

Das Rangsdorfer Gymnasium führt deshalb seit einigen Jahren ein sogenanntes „Service-Learning“ durch, seit dem vergangenen Jahr sogar als Jahresprojekt. In diesem Projekt, das seinen Ursprung in den USA hat, und in Deutschland von der Freundenberg Stiftung angeleitet und unterstützt wird, geht es darum, Wissen in der Praxis anzuwenden und dabei ein bisschen in das Erwachsenenleben hineinzuschnuppern.

Fächerübergreifend lernten im vergangenen Schuljahr die 29 Mädchen und Jungen der Klasse 7 c  zuerst Dinge wie: „Wie stelle ich mich vor?“, „Wie interviewe ich?“ oder: „Wie bereite ich ein eigenes Projekt vor?“ Nach all der Theorie suchten sich die Schüler dann selbstständig sogenannte Engagementpartner. Darunter waren eine Bibliothek, Grundschulen und Kindergärten in der Umgebung. Dort „arbeiteten“ die Schüler drei Monate lang, drei Mal pro Monat für einen Tag. An diesem „Praxistag“ ging es darum, ihr theoretisches Wissen anzuwenden.

 


 

 

Als Dankeschön an die Engagementpartner des Projektes „Service-Learning“ hatten die Schüler der Klasse 7c des Rangsdorfer Gymnasiums ein kleines Programm und ein leckeres Buffet vorbereitet.

Foto: Hansche

 

 

 

In der Bibo Zossen z.B. wurde eine Umfrage durchgeführt. In der Grundschule in Groß Machnow agierte Carolin Weber im Fach Biologie als Hilfslehrer. Lilly Synnatzschke half an der Ingeborg Feustel Grundschule in Blanklenfelde dem Lehrer im Fach Kunst und fand es ganz schön anstrengend, mal nicht die Welt aus Sicht des Schülers zu sehen, sondern auf der „anderen Seite“ zu stehen. Hanna Stadthaus war eine von vier Schülern, die in der Bibo in Zossen eine Umfrage durchführten und Marvin Deinert hatte den guten Vorsatz mit den Kindern in der Kita Schwalbennest eine Bude zu bauen: „Da gab es allerdings Schafe, die unseren Bau immer wieder zerstörten.“

In einer anschließenden Selbstreflexion konnten die Schüler bestätigen, dass das „Service-Learning“ spürbare Auswirkungen hatte. „Die Schüler wurden merklich selbstständiger und auch das Selbstbewußtsein steigert sich, nachdem ein eigenständig geplantes Projekt dann in die Tat umgesetzt wurde und auch noch gelang“, so die Kunstlehrerin Heike Schönwald, die neben der Französischlehrerin Angelika Franz und der Klassenlehrerin Grit Englisch für das Projekt verantwortlich war.

HA.

(Dieser Artikel ist erschienen im BLICKPUNKT vom 4. Juli 2015)

Tagebucheintrag einer Schülerin der 7c, die in der Stadtbibliothek Zossen ihr Service-Learning-Projekt durchgeführt hat.

„Heute habe ich endlich mit der Umfrage anfangen können. Es hat sehr viel Spaß gemacht, denn so etwas ist meine Stärke. Ich habe …15 Umfragen verteilt. Das war ein Ergebnis, das sich sehen lassen konnte. …denn ich habe auch gelernt, dass Geduld und Konzentration eine ganz wichtige Rolle spielen. Das Team hat sich sehr gefreut, dass ich auch meine Stärken nun ausspielen konnte. Es hat sehr viel Spaß gemacht, in der Bibliothek mit meinen Freunden zu arbeiten und ich würde so etwas gern wieder tun, um sozialen Einrichtungen zu helfen.“

Zum Abschluss des Projektes, das in Reflexionsstunden ausgewertet wurde, schrieb jeder Schüler einen Brief an sich selbst, um seine Gedanken und Gefühle niederzulegen.

Sehr geehrte ……..,

ist das Projekt nicht toll gelaufen? Ja. ES ist toll gelaufen, aber natürlich gab es auch Höhen und Tiefen wie zum Beispiel das Herausfinden der eigenen Stärken. Ich habe herausgefunden, dass meine Stärke das Herantreten an die Menschen ist, das Umfragen an den Mann bringen, also das Kommunizieren mit den Menschen….Was ist eigentlich mit deinen Erwartungen? Wurden sie erfüllt? Nein, eigentlich nicht ganz, denn ich habe ein bisschen mehr erwartet. Ja, aber etwas ist besser als gar nichts und letzten Endes zählt doch nur, ob ihr der Bibliothek helfen konntet oder? ….Aber sag mal, vorhin hast du auch von Tiefen gesprochen? Ja. Es gab auch manchmal Streit….aber du hast ja auch daraus gelernt. Genau…aber Zusammenarbeit ist sehr wichtig. Ich würde dieses Projekt auf jeden Fall wieder machen, weil es sehr viel Spaß gemacht hat.“