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Weil die Rezensionen sonst immer aus fast ein und der selben Feder kommen, hier nun einmal eine andere Sichtweise als sonst, ohne aber die Anmerkung der Redaktion in einem kurzen Satz zusammenzufassen: Es war das beste Musical seit 2005 und wir verneigen uns tief vor Eurer Leistung - ein Zeugnis darüber, dass man hier mehr gelernt hat als in 100 Stunden Musik, DS oder Sport.

Hier nun die Meinung von R. Wimmer: 

Die Kulturlandschaft der Region wandelt sich…

Während man noch vor nicht allzu langer Zeit davon sprach, nach Berlin ins Theater zu gehen, muss man das heutzutage etwas differenzierter betrachten…

Das Fontane-Gymnasium hat bereits Anfang der 90er Jahre Musicals auf die Beine gestellt und die Akteure von damals konnten nicht ahnen, dass sich daraus eine Tradition, ja, ein Markenzeichen entwickeln würde.

Frank – Reiner Nowakowski, seines Zeichens Musiklehrer am Gymnasium, hatte vor Jahren die Vision, mit dem jeweiligen 12er Musikkurs Jahr für Jahr ein öffentlichkeitswirksames Musical auf die Bühne zu bringen, und diese Vision ist Wirklichkeit geworden.

Es ist unglaublich beeindruckend, ja, phänomenal, was da jedes Jahr entsteht. Ich habe alle Werke gesehen und eine unglaubliche Entwicklung miterlebt. Gestern Abend besuchte ich die diesjährige Aufführung und kann atemlos behaupten, dass für mich, die ich keine musikalischen Ambitionen habe, ein Wahnsinn auf der Bühne stattfand: Theater im Theater: „Das Geheimnis des Edwin Drood“ nach Charles Dickens unvollendeter literarischer Vorlage. Bereits im Foyer wurde der Besucher mit Klaviermusik empfangen und so auf die musikalische Darbietung auf der Bühne eingestimmt. Ab und zu huschten einige kostümierte Gestalten durch die Schlange der Besucher, um Eltern, Freunde und andere Besucher zu begrüßen. Dann ging es los: Anika Wolf als Prinzipal(in) begrüßte die Anwesenden und stellte das Stück vor. Sie führte die gesamte Zeit über souverän durchs Programm und übernahm noch die Rolle des lispelnden Bürgermeisters. Grandios, wie sie zwischen den Rollen wechselte, ohne zu vergessen, wer sie gerade war… Auch alle anderen Akteure, angefangen von Fietje Becker über Paula-Kristin Friebel, Helene Xaysongkham, Chantal Riemann, Louis Creutzburg bis hin zu Nadia Jüngst, Oliver Schreiber, Josephine Mumme, Laura Buhlmann und Maximilian Wurl – um nur einige zu nennen – spielten ganz großes Theater. Ich habe in noch keinem Stück so tolle Stimmen – ganz ausgezeichnet Paula-Kristin Friebel und Helene Xaysongkham -  singen hören, die alle Töne erfassten und sich in die Herzen der Zuschauer sangen. Es ist unglaublich, zu welchen Leistungen gerade auch sonst eher zurückhaltende Schüler fähig sind.

 

Nicht vergessen möchte ich die vielen „Geister“ im Hintergrund. Ob es die Maskenbildnerinnen um Annika Schilling und Joelyn Zander sind, die Choreographen, die Regie-Leiterin Kimberley Nelson, alle Techniker, Einlasser und … und … und… - sie alle haben Hervorragendes, Einzigartiges geleistet, und es ist unglaublich, dass es alles Laien sind… Fast hört sich dieses Wort wie ein Schimpfwort an – es soll aber meine Hochachtung ausdrücken!

Die meiner Auffassung nach herausragendste Leistung hat aber Anika Wolf vollbracht. Eine, nein, zwei Rollen hat sie gespielt, die ihr Enormes abverlangten: Textkenntnis per excellence, Reagieren auf Zuschauer und Mitspieler, Rollenwechsel von jetzt auf gleich – unglaublich souverän und dennoch voller Witz und Esprit.

Sehr viele Mitglieder des Ensembles, egal, ob vor, auf, hinter, neben… der Bühne sind Schülerinnen und Schüler, die ich zum Teil bereits seit der 7. Klasse unterrichtet habe bzw. noch immer unterrichte, und ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass ich sehr stolz darauf bin, sie alle „meine“ Schüler nennen zu können. Es ist einfach grandios, Entwicklungen von jungen Menschen zu verfolgen und zu wissen, dass sie ihren Weg gehen werden. Sicher, wenige von ihnen werden Schauspieler oder Sänger – aber alle haben Erfahrungen gemacht, die ungeheuer wertvoll sind und die ihnen niemand nehmen kann.

Für mich war der sehr lange Abend ein großes Erlebnis und jede Minute wertvoll.

Rosemarie Wimmer

Studienrätin, Deutschlehrerin am Fontane-Gymnasium Rangsdorf  

 

Das Fontane-Gymnasium dankt allen Unterstützern des Musicals, besonders AVE Audio Visual Equipment Verhengsten GmbH & CO, TLT EVENT AG, S.O.B.I. Eventtechnik, Valtinke Logistics, Herrn Sven Regen Druckcenter Berlin und dem Seehotel Berlin-Rangsdorf. Schulleitung.