Maison d’Izieu

Maison d’Izieu trotz Corona 

Unser Französisch-Seminarkurs des 12. Jahrgangs beschäftigt sich mit der Situation Frankreichs nach der Besetzung durch die deutschen Truppen im zweiten Weltkrieg und – konkret – mit dem Schicksal der Kinder von Izieu. Am 6. April 1944 wurden 44 jüdische Kinder und ihre Erzieher, die zu dieser Zeit in einem Waisenhaus in der Nähe von Lyon versteckt worden waren, auf Befehl von Klaus Barbie, dem Leiter der Lyoner Gestapo, („Der Schlächter von Lyon“) festgenommen und nach Auschwitz deportiert, wo sie kurz nach ihrer Ankunft vergast wurden. Eigentlich hatten wir eine Kursfahrt nach Frankreich geplant, um die „Museumsgedenkstätte für die Kinder von Izieu“ zu besuchen und uns dort auf eine intensive Art mit dem Thema auseinanderzusetzen.

 

Diese Fahrt hat nicht stattfinden können, aber wir haben eine gute Alternativlösung gefunden und erhielten die Möglichkeit, am 09.11.2021 ein spannendes Interview mit Frau Stubenvoll zu führen. Sie hat als ehemalige Freiwillige der Aktion Sühnezeichen im Maison d’Izieu gearbeitet und lehrt jetzt an der FU Berlin. Das Interview, das wir sorgfältig vorbereitet hatten, war geprägt von Ihren Erzählungen über unterschiedliche Erfahrungen und Erlebnisse, welche das Interesse unseres Kurses für das Thema zusätzlich steigerte. 
Durch das Interview und die lebhaften Beschreibungen erhielten wir einen guten Einblick in die Ausstellung des Maison d’Izieus sowie der Arbeit der Aktion Sühnezeichen.  Die freundliche und entspannte Atmosphäre während unseres Gesprächs täuschte uns aber nicht darüber hinweg, dass die aktuelle Situation in Bezug auf antisemitische Übergriffe auch in unserem Land angespannt ist und wir uns immer wieder vor Augen führen müssen, welche Verantwortung wir gegenüber unserer deutschen Geschichte haben.