New Yorker Bandenkrieg in Rangsdorf

Zum Musical „West Side Story“ des Fontane-Gymnasiums Rangsdorf im Januar 2019

 

Die Erwartungen an das jährliche Musical unserer Schule sind inzwischen sehr hoch, weil unser Kollege Frank-Reiner Nowakowski, Musiklehrer und Leiter des Musical-Seminarkurses, uns über Jahre mit grandiosen Inszenierungen verwöhnt hat. Wieder wurden wir überrascht und überwältigt von ihm und unseren talentierten Schülerinnen und Schülern, die uns in diesem Jahr den Klassiker „West Side Story“ präsentierten. In insgesamt sechs Vorstellungen an drei Tagen mit unterschiedlichen Rollenbesetzungen zeigten alle Beteiligten, dass sie in nur einem Schuljahr Grandioses auf und hinter der Bühne auf die Beine stellen konnten. Dabei ist das Musical nicht nur ein Bühnenstück, sondern inzwischen ein Gesamtkunstwerk, von dessen Flair man bereits beim Betreten der Veranstaltungsräume überwältigt wird. So wurden die Besucher bereits am Eingang des Seehotels durch zwei amerikanische Oldtimer auf das Musical eingestimmt. Das Bühnenbild versetzte die Zuschauer dann schließlich in die Gassen New Yorks der 1950er Jahre. Hier spielte sich die von William Shakespeare übertragene Tragödie von Romeo und Julia als Bandenkrieg ab. Aus Romeo und Julia wurden hier allerdings Tony und Maria – Mitglieder zweier rivalisierender Gangs der Metropole New York.

Das Musical enthielt lustige, traurige, rührende und kitschige Szenen – bei diesem Stück kam also jeder auf seine Kosten. Verwandelt und kaum wiederzuerkennen waren dabei unsere Schülerinnen und Schüler. Mitunter musste man lange rätseln, wer sich hinter den jeweiligen Rollen versteckt – so authentisch und gelungen kostümiert zeigten sich die jungen Schauspieler. Doch nicht nur die Kostüme und Frisuren der 50er Jahre machten aus unseren Schülern überzeugende Darsteller, sondern auch die Sprache und ihr Auftreten. So machten sich die Sharks, die puerto-ricanische Gang, einen spanischen Dialekt zu Eigen und schritten mit einer Flamenco-ähnlichen Grazie übers Parkett, die den Zuschauern die Sprache verschlug.

Die rivalisierenden Banden Jets und Sharks bewiesen nicht nur musikalisches Talent, sondern auch akrobatisches Geschick. Besonders eindrucksvoll waren die Choreografien der Kampfszenen sowie die Szene „Officer Krupke“, die die jungen Darsteller trotz sportlicher Höchstleistungen scheinbar mühelos und ohne blaue Flecken oder Kratzer überstanden. Jeder Tanzschritt, jede Geste, jeder Blick war hervorragend choreografiert. Selbst bei einer Vielzahl an Darstellern auf der Bühne blieben alle Schülerinnen und Schüler konsequent in ihren Rollen – eine beeindruckende Professionalität. Dafür sorgte vor allem Kimberly Nelson, die Frank-Reiner Nowakowski bei den Proben für das Musical unterstützt.

Das Herzstück des Musicals ist aber natürlich die Band. Die Musiker haben aufs Neue bewiesen, wie sicher und harmonisch sie gemeinsam agieren. Doch sie sind nicht nur gut anzuhören, sondern auch schön anzusehen. Daher war es erfreulich, auch unsere leidenschaftlichen Musiker gelegentlich als Großaufnahme auf der Leinwand zu sehen. Große Überraschung war in diesem Jahr der Schüler Niklas Krohn, den wir sonst als talentierten Pianisten der Band kennen. In der Hauptrolle des verliebten Jets Tony überraschte er mit treffsicheren Gesangseinlagen und gefühlvollen Melodien – ein echtes Multitalent. Rolle der Herzen wurde definitiv Anybody, die (im Gegensatz zu den Jets) so mancher Zuschauer sicher gern in der eigenen Gang hätte. ;)

Allen Darstellern und allen Beteiligten, wenngleich nicht namentlich erwähnt, gebühren höchster Respekt, Lob und Anerkennung – vielen Dank für das schöne Spektakel!

In Vorfreude auf das nächste Jahr

Thérèse Bendzko