ProWo 24

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Schüler übernehmen das Ruder: Fontane Gymnasium Rangsdorf erlebt inspirierende Projektwoche

Endlich ist es wieder soweit: Die vom 15. bis 19. Januar 2024 stattfindende Projektwoche am Fontane-Gymnasium Rangsdorf steht ganz im Zeichen der Vielfalt und des gemeinsamen Lernens. Dabei steht das Motto „Schüler unterrichten Schüler“ im Mittelpunkt. 

In einem innovativen Ansatz übernehmen Schüler unterschiedlicher Jahrgangsstufen die Rolle des Lehrers, um ihre Mitschülerinnen und Mitschüler in verschiedenen Themengebieten zu unterrichten und gemeinsam neue Gebiete abseits des Rahmenlernplans zu erforschen. Diese Form des gegenseitigen Unterrichtens fördert nicht nur das Engagement für spannende Themen wie „Modedesign“, „Computertechnik“ oder „Kreatives Denken“, sondern stärkt auch die soziale Interaktion unter den Lernenden. Weitere kreative Projektideen wie „American Football“, „Fotografie“, „Schlittschuhlaufen“ und „Escape-Games“ sind heiß begehrt bei Projektteilnehmern.

 

Das Aushängeschild der Schule bildet ebenfalls das Projekt „Snowex“, welches im Januar 2024 sein 25-jähriges Jubiläum feiert. Seit mehr als zwei Jahrzehnten fahren bis zu 70 Schüler:innen mit Lehrer:innen auf die Skifahrt und beziehen seit 2014 Quartier im Ederhof in St. Peter. Das Konzept beinhaltet die Verbindung sportlicher Leistungen mit sozialen teambildenden Aktivitäten. Das positive Feedback aller Teilnehmenden ist jährlicher Anreiz für erneute Fahrten und steigende Teilnehmerzahlen.

 

Besonders hervorzuheben ist auch für den oben genannten Zeitraum die Methodenwoche der siebten Klassen, die von Schülerinnen und Schülern aus dem Pädagogik-Kurs der 12. Klassen geleitet wird. Hier steht nicht nur der fachliche Austausch im Vordergrund, sondern auch die Förderung von methodischen Kompetenzen. Die älteren Schülerinnen und Schüler fungieren als Mentoren, teilen ihre Erfahrungen und helfen den jüngeren, wirkungsvolle Lern- und Arbeitsmethoden zu erlernen und entwickeln.

 

Den krönenden Abschluss bildet der „Tag der offenen Tür“ am 20. Januar 2024. Schülerinnen und Schüler, ihre Eltern und andere interessierte Besucherinnen und Besucher haben die Möglichkeit, von 10.00-13.00 Uhr einen Einblick in die faszinierenden Projekte und den schülergeleiteten Unterricht zu bekommen. Diese Veranstaltung bietet eine einzigartige Gelegenheit, die kreative Energie und den Gemeinschaftssinn des Fontaneums hautnah zu erleben.

 

Die Projektwoche am Fontane Gymnasium Rangsdorf zeigt nicht nur, dass Lernen über die Grenzen des traditionellen Unterrichts hinausgeht, sondern auch, wie Schülerinitiative und Zusammenarbeit die Bildungsbereicherung vorantreiben können.

Gläsernes Labor

Gläsernes Labor

Einblick in die faszinierende Welt der Molekularbiologie

Molekularbiologie hautnah miterleben – unter diesem Motto war es dem Biologie-Grundkurs von Frau Vogler am 06.12.23 möglich, das Gläserne Labor zu besuchen. Das Gläserne Labor ist eine Bildungseinrichtung am innovativen Wissenschafts- und Biotechnologiepark Campus Berlin-Buch. Seine sechs Schülerlabore bieten als außerschulische Lernorte über 20 Experimentierkurse zu den Themen Molekularbiologie, Zellbiologie, Neurobiologie, Chemie, Radioaktivität sowie Ökologie für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe an. Auch dem Jahrgang 12 war es möglich, im Sinne des Semesterthemas „Genetik“ einen Kurs zum Thema „Klonierung – Restriktionsenzyme und Transformation“ zu absolvieren. So beschäftigten sich die Schüler*innen im Rahmen der Technik der Klonierung mit der Welt der leuchtenden Bakterien. 

Nach einer kurzen Einführung zum Campus, dem Labor und den Sicherheitsbedingungen ging es auch schon los. Angeleitet von Experten versuchten die Schüler*innen, Bakterien zum Leuchten zu bringen, indem sie ein Gen aus leuchtenden Quallen in die Plasmide von Bakterien einbauten. Durch diesen Vorgang würden die Bakterien durch das Gen für ein „Grün fluoreszierendes Protein“ (GFP) die Eigenschaft, selbst grün zu leuchten, annehmen. Außerdem trägt das Plasmid ein Operon, sodass die Bakterien nur leuchten, wenn der Repressor deaktiviert ist. Aufgrund der Eigenschaften agiert das Plasmid hierbei als ein Vektor – also als Transportmittel, mit dem Fremd-DNA in bestimmte Zellen eingeschleust wird.

Das Experiment wurde von den Schüler*innen mit der Restriktionsanalyse gestartet, in der das Plasmid zunächst durch sogenannte Restriktionsenzyme (EcoR1 und BamH1) geschnitten wird. Bei diesem Vorgang werden die DNA-Stücke so zerschnitten, dass überlappende Enden („sticky ends“) entstehen, welche dem Enzym Ligase die Arbeit erleichtern, da sich die Wasserstoffbrückenbindungen so schneller bilden können.             Das Gen der Qualle, was durch eine Polymerasekettenreaktion gewonnen wurde, sowie die DNA des Plasmids wurden bei der Ligation durch das Enzym DNA-Ligase zusammengefügt. Das neu daraus entstandene Plasmid wird nun als pGLO bezeichnet. Um die entstandenen isolierten DNA-Fragmente nun voneinander zu trennen und sichtbar zu machen, wurden sie von den Schüler*innen, mittels der Agarose-Gelelektrophorese, nach Länge aufgetrennt und sichtbar gemacht.   

Dabei werden die DNA-Fragmente mit Ladepuffer vermischt und durch die Spannung, die entsteht, wandern die negativ geladenen DNA-Moleküle im Gel zum positiven Pol (der Anode). Die Fragmente bewegen sich unterschiedlich schnell durch das Gel, wodurch es zur Auftrennung kommt und ein Bandenmuster entsteht, welches durch UV-Licht sichtbar gemacht werden konnte. So konnte von den Schüler*innen erkannt werden, dass beide Enzyme eine Schnittstelle auf dem Plasmid haben. 

Abschließend mussten die Fremd-DNA noch in die Bakterienzelle übertragen werden. Diesen Prozess bezeichnet man auch als Transformation. Dabei mussten die Bakterien zuerst chemisch kompetent gemacht werden, indem die Bakterien mit einer Transformationslösung behandelt werden, sodass die Zellmembran kurzzeitig nicht „funktionieren“ kann. Durch einen herbeigeführten Hitzeschock reißt die Doppellipidschicht und Plasmide können ins Zellinnere gelangen. Um sie wieder abzukühlen, sollten die Bakterien darauf einem Kälteschock unterzogen werden. Anschließend können die Bakterien nach einer bestimmten Regenerationszeit die Informationen von den Plasmiden ablesen. Zusätzlich zu dem GFP-Gen tragen die Plasmide auch noch das Resistenzgen Ampicillin, wodurch nur Bakterien, die ein Plasmid aufgenommen haben, auf den Nährmedien wachsen werden. Um die erfolgreich transformierten Zellen nur von denen ohne DNA-Plasmid unterscheiden zu können, wurde die Selektion von den Schüler*innen durchgeführt. Dafür wurden zum einen Bakterien ohne Plasmid auf zwei Nährmedien – eins mit Ampicillin und eins ohne – gegeben. Zudem wurde dasselbe mit Bakterien mit Plasmid durchgeführt, auf einem Nährmedium mit Ampicillin und einem mit Ampicillin und Arabinose (einem Zweifachzucker). Dies musste über Nacht bei 37 Grad inkubieren, weshalb es den Schüler*innen nur möglich war, vorherige Versuche zu betrachten. Dabei wurde festgestellt, dass die Bakterien ohne Plasmid nur auf dem Ampicillin-Nährmedium wachsen und dass die Bakterien mit Plasmid auf beiden wachsen. Jedoch werden nur die auf dem Nährmedium mit Ampicillin und Arabinose grün leuchten, da Arabinose an den Repressor bindet und die Transkription des GFP-Gens freigibt. 

Diese praktische Laborarbeit war ein faszinierendes Beispiel für die Anwendung von Klonierungstechniken für die Schüler*innen und gliederte sich optimal in den Lehrplan sowie das Semesterthema ein und ermöglichte dem Jahrgang 12 neue Einblicke in die Welt der Biologie. Den ein oder anderen mag es vielleicht auch in Bezug auf spätere Berufsperspektiven weitergebracht haben, und auch wenn für Interessenten, die den Kurs nicht absolvieren konnten, und sich zum Beispiel für die Molekularbiologie interessieren, fördert das Gläserne Labor Schüler im Alter von 16 bis 26 Jahren mit studienvorbereitenden Ferienkursen. Angebote zu den Kursen oder allgemeine Informationen zum Campus lassen sich unter der Website des Gläsernen Labors www.glaesernes-labor.de finden.

Helene Radke

Französische Botschaft

Französische Botschaft

Le concours de slam in der französischen Botschaft Berlin
Am 23.11.23 waren wir (der Wahlpflichtkurs Französisch) in Begleitung von Frau Lützow in der französischen Botschaft in Berlin. Hier haben wir im Rahmen des internationalen Französischlehrertages das Finale des bundesweiten concours de slam gesehen. Die Finalist*innen der 8. Bis 12. Klasse kamen aus verschiedensten Städten Deutschlands und trugen ihre Poetry Slams zu den Themen Umwelt- und Klimaschutz, Förderung demokratischer Werte, Friedenserhaltung, Gendergerechtigkeit und Diversität, Rassismus und Integration/Inklusion vor. Auch wenn wir sicher nicht jedes Wort verstehen konnten, haben wir uns durch die Vortragsart begeistern lassen und durch den Kontext viele Inhalte erschließen können.
Der Ausflug in die Botschaft war spannend, informativ und eine tolle Möglichkeit unser Französisch in einem anderen Rahmen als dem „normalen Französischunterricht“ anzuwenden.
Mäggie Scher, 9d
Maischberger

Maischberger

Am 07.11 war der Deutsch LK live mit Frau Bendzko bei der Politiktalkshow „Maischberger“, da unser Unterrichtsthema momentan und auch Prüfungsthema „Sprache in politisch-gesellschaftlichen Verwendungszusammenhängen“ ist.
Bei Frau Maischberger waren an diesem Abend unter anderem Cem Özdemir, der Bundeslandwirtschaftsminister und Sahra Wagenknecht, eine Bundestagsparteiabgeordnete als Gäste, welche interviewt wurden. Als Journalisten waren dabei Theo Koll, welcher Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios ist, Katharina Hamberger, welche DLF-Hauptstadtkorrespondentin ist und Christoph Schwennicke, welcher der Politik-Chef von t-online ist.

Themen welche, darüberhinaus besprochen wurden, waren Migrationspolitik und Antisemitismus, passend dazu auch über ein Entführung in Israel von einer palästinensischen, islamistischen Terror-Organisation den “Hamas”. Hierfür gab es ein Interview mit der Schwester des Opfers Roni Romann, welche über ihre Gefühle, Bedenken und Sorgen sprechen konnte. Außerdem ging es um die neue Partei von Sahra Wagenknecht “Bündnis Sahra Wagenknecht”.

Besonders interessant war es, den Vergleich zu sehen, wie die Befragten Personen, aber auch Sandra Maischberger vor und hinter der Kamera waren. Denn teilweise, waren sie ziemlich verscheiden, wirkten vor der Kamera gut durchdacht, aber dahinter waren sie super freundlich. Zudem war es auch mal echt spannend, zu sheen, wie so eine Show überhaupt aufgebaut ist, welche Abläufe und wie viele Personen dort alles im Hintergrund laufen. Dort können wir gerne öfter hingehen.

Schneesportlehrerin

Schneesportlehrerin

Unser Dank und unsere Glückwünsche gehen heute an Nadine Lützow – das neueste Mitglied im SNOWEX-Team – für die bestandene Ausbildung und Prüfung zur Schneesportlehrerin (Ski alpin).

Nicht mehr selbstverständlich ist es heute, für über 1000 € eine Ausbildung zu machen, 1000 km weit zu fahren und eine Woche Ferien zu investieren, um zusätzlich zum normalen Lehrerdasein eine Qualifikation zu erwerben, die die Qualität unserer Lehrtätigkeit weiter erhöhen wird. Die Verantwortung für Kinder und Jugendliche im Schneesport zu übernehmen, ist immer ein Risiko – umso mehr ist eine zeitgemäße Ausbildung zu den modernen Anforderungen im Wintersport wichtig. Das SNOWEX-Team sorgt seit Jahren dafür, dass die Ausbildung der Schneesportlehrer immer auf dem neuesten Stand ist. Es ist für uns eine Ehre und Verpflichtung. 

 

SNOWEX – Rock the Mountain

Weitere Infos auf snowex.de

 

Kay Wünsche

Zeitzeugen

Zeitzeugen

Im Hinblick auf die Klarheit und das bessere Verständnis historischer Sachverhalte ermöglicht die Schule oft die Erfahrung dieser Sachverhalte durch die Erzählungen von Zeitzeugen. Auch in diesem Jahr wurde diese Methode im Rahmen der elften Klasse erneut angewandt.

Die aktuelle Dozentin, Mme. Scheier, wurde nach dem Krieg geboren und begann nach dem Tod ihrer Mutter, das Überleben ihres bereits 1953 verstorbenen Vaters zu erforschen. Ihr Vater, ein gebürtiger Berliner, hatte sich vor dem Wahlsieg der Nationalsozialisten unternehmerisch nach Paris begeben und lebte dort bereits lange vor dem Ausbruch des Krieges. Trotzdem wurde er zu Beginn des Krieges in Frankreich aufgrund seiner deutschen Herkunft verhaftet und interniert. Aus diesem Grund trat er der Fremdenlegion bei und wurde zu Beginn des Krieges in Nordafrika für Frankreich eingesetzt. Nach seiner Rückkehr lebte er im unbesetzten Teil Frankreichs und tauchte im Laufe des Krieges unter einem falschen Namen unter. Im Jahr 1944 wurden er und seine Familie von einem anderen Dorfbewohner, dessen Identität bis heute ungeklärt ist, denunziert. Die einzige bekannte Information über diese Person ist, dass sie französischer Herkunft war. Mme. Scheier betonte die Bedeutung dieses Faktes und verdeutlichte, warum ein Denken in Schubladen und starren Kategorien falsch ist. Sie betonte mehrmals, dass es weder das absolute Weiße (die Franzosen) noch das absolute Schwarze (die Deutschen) gibt.

Nach der Denunziation wurden Mme. Scheiers Vater und seine Familie in das Lager Drancy gebracht, das als Sammellager für Deportationen diente. Das Lager wurde 1942 von deutschen Besatzungstruppen im besetzten Frankreich eingerichtet. In Drancy befanden sich tausende jüdische Menschen, die unter entsetzlichen Bedingungen auf ihre Deportation in die Konzentrationslager im Osten, insbesondere nach Auschwitz, warteten. Die Lebensumstände in Drancy waren von Enge, Hunger, Krankheiten und der ständigen psychischen Belastung geprägt, da die Menschen nie wussten, welches Schicksal sie erwartete.

Schließlich wurden Mme. Scheiers Vater und seine Familie mit dem Konvoi Nr. 70 von Paris nach Auschwitz deportiert. Auschwitz war das größte Vernichtungslager, das von den Nazis während des Zweiten Weltkriegs betrieben wurde. Es bestand aus den Hauptlagern Auschwitz I, Auschwitz II (Birkenau) und Auschwitz III (Monowitz). Auschwitz war bekannt für den systematischen Massenmord an Millionen von Menschen, insbesondere Juden, aber auch an Sinti und Roma, politischen Gefangenen, Homosexuellen und anderen als „unwert“ erklärten Personen.

Die Ankunft in Auschwitz bedeutete für die meisten Menschen den sicheren Tod. Bei der Selektion wurden die Neuankömmlinge in „arbeitsfähige“ und „nicht arbeitsfähige“ Häftlinge aufgeteilt. Die „nicht arbeitsfähigen“ Häftlinge wurden sofort in den Gaskammern ermordet. Diejenigen, die als „arbeitsfähig“ eingestuft wurden, mussten unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit leisten. Sie wurden brutal misshandelt und waren ständig der Gefahr von Exekutionen, medizinischen Experimenten und epidemischen Krankheiten ausgesetzt.

Die Todesmärsche, an denen Mme. Scheiers Vater gegen Ende des Krieges teilnahm, waren gezielte Evakuierungen der Konzentrationslager durch die SS, um die Verbrechen zu vertuschen und die überlebenden Häftlinge vor der Befreiung durch die Alliierten zu verbergen. Die Häftlinge wurden in grausamen Märschen über weite Strecken getrieben, ohne angemessene Verpflegung und medizinische Versorgung. Tausende von ihnen starben an Erschöpfung, Krankheiten oder wurden von den Wachmannschaften erschossen.

Es ist von großer Bedeutung, diese historischen Hintergründe zu verstehen und in Betracht zu ziehen, um das Leiden und die Grausamkeiten während des Holocausts und der Verfolgung der Juden angemessen zu erfassen. Die Erzählungen von Zeitzeugen wie Mme. Scheier tragen dazu bei, die individuellen Geschichten und das menschliche Leid inmitten der historischen Ereignisse zum Ausdruck zu bringen. Durch die Arbeit mit Archivdokumenten im Rahmen der Exkursion konnten die Schülerinnen und Schüler zudem Parallelen und Unterschiede zwischen den rekonstruierten Lebensgeschichten und der von Mme. Scheier erzählten Geschichte erkennen. Diese Aufgabe diente auch als Vorbereitung auf das nachfolgende Gespräch.

Klemens Begemann und Marc Hilbig

 

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