Beleidigt sein, Kopfschmerzen,

Wann warst du das letzte mal beleidigt? Selbst Kopfschmerzen hätten schon für deine Einweisung in den geschlossenen Jugendwerkhof Torgau gereicht. Du steigst aus dem Transporter und alles was du siehst, ist der Hof eines Gefängnisses, 4m hohe Mauern, überall Stacheldraht und du weißt weder was du getan hast, noch was dich erwarten wird. Dein Kopf wird kahl geschoren, alles was du besitzt wird dir weggenommen. Allein, drei Tage Dunkelarrest in einer winzigen Zelle. Wenn du die Hausordnung nicht auswendig gelernt hast- Verlängerung! Wir standen in solch einer Zelle und konnten es nicht fassen. Diese Jugendlichen hätten auch unsere Eltern sein können. Die Tage in Torgau haben einen tiefen Eindruck bei uns hinterlassen. 

Am 17. Januar 2018 präsentierten wir, der Französisch-Seminarkurs der 12. Klasse unter der Leitung von Frau Thraen, unsere Ergebnisse der letzten eineinhalb Jahre Seminarkursarbeit.
Unter dem Thema „Liebe – Wahnsinn – Widerstand“ brachten wir dem Publikum im Schloss Genshagen die wissenschaftlichen Fakten, aber auch eigene emotionale Erfahrungen näher. In Form einer Podiumsdiskussion präsentierten wir unsere ausführliche Recherche zu Themen wie Psychiatrien, Euthanasie oder auch weitere schreckliche Taten der NS-Zeit, die das Leben der Menschen begleitete und ihr Leiden schuf. Um dies zu untermauern, zeigten wir einen Filmausschnitt des Films „Nebel im August“, welchen wir als Seminarkurs gemeinsam gesehen hatten und der uns alle sehr bewegte.
Wir haben einige Spielszene (natürlich auf Französisch) gezeigt, die unsere Arbeit mit  dem Buch „Tumultes“ von Christine Deroin dokumentierten. Mit der französischen Schriftstellerin hatten wir ein Jahr lang gearbeitet. In diesem Szenenspiel stellten wir die Liebesgeschichte eines deutschen Antifaschisten und einer Französin dar, welche sich dem Widerstand anschlossen.

Am 17.01.2018 besuchte Diego Hagen, dreifacher Poetry Slam Landesmeister Mecklenburg Vorpommerns, unsere Schule und führte die Schüler des elften Jahrganges in die Welt der modernen Poesie ein.
Punkt 13.50 Uhr wartete der versammelte Jahrgang 11 gespannt im Raum 46 auf den Auftritt des bekannten Poeten. Nach einer kurzen Einleitung unserer Referendarin Frau Bendzko, ging es auch schon los: Diego Hagen betrat die Bühne und bot eine willkommene Abwechslung vom Schulalltag. Als Erstes stellte er sich selbst vor und ging dabei auf eine humorvolle Art und Weise auf sein Leben als Slam-Poet, Musiker, Moderator und Texter ein. Daraufhin erklärte er kurz und knapp, worum es beim Poetry Slam geht: Laut ihm sei diese Form der Dichtung wie Fußball, nur eben mit Literatur - also ein Vortragswettbewerb, bei dem selbstgeschriebene Texte innerhalb einer bestimmten Zeit vorgetragen und dann vom Publikum mithilfe von „Abstimmungskarten“ oder der Lautstärke des Beifalls bewertet werden.

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